Leserbrief an die Handwerks-Zeitung

Dieser Leserbrief wurde veröffentlicht, der letzte Absatz aber weggelassen



Schuldenkrise in Griechenland

Herr Friedrich hat mit seiner Analyse der Probleme Griechenlands und der EU absolut Recht und spricht sicher vielen aus der Seele. Ich möchte noch hinzufügen, dass das Hauptproblem bei den Verhandlungen mit den Griechen wohl die Europäische Kommission und Herr Juncker waren. Er wurde nicht müde, immer wieder zu sagen "Einen Grexit schließe ich kategorisch aus!" Damit signalisierte er den Griechen, dass man immer nachgeben würde, wenn man mit dem Grexit drohen würde. Außerdem hat Herr Juncker den Fehler gemacht, sich von Herrn Tsipras um den Finger wickeln zu lassen. Herr Juncker will um (fast) jeden Preis die EU zusammen halten, weshalb er für diese Position nicht geeignet ist. Man hätte der neuen griechischen Regierung von Anfang an sagen müssen, dass sie die bereits getroffenen Vereinbarungen einhalten muss. Es war ein Fehler, ihr zu gestatten, gleichwertige Vorschläge machen zu können. Erst dadurch entstand der monatelange Kampf um Reformen.
Erwähnenswert ist noch, dass zuletzt sowohl Frankreich als auch Italien gegenüber Griechenland großzügig sein und Geld auch vor Abschluss der Verhandlungen freigeben wollten. Beide Länder haben sowohl hohe Schulden als auch ein Haushaltsdefizit. Früher konnten sie ihre Währungen regelmäßig abwerten und/oder Geld drucken, nun bleibt ihnen nur noch die "interne" Abwertung durch Reformen, die den Lebensstandard der Menschen verringern werden. Und das wollen sie nicht! Zur Not gibt es ja noch die EU...

Brozowski Bürotechnik
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