Leserbrief an die Handwerks-Zeitung

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Die EU-Kommission ist gegenüber den USA eingeknickt

Die Skepsis von Herrn Dr. Semper bezüglich der Verfassung der EU teile ich. Seine Feststellung, dass zu schnell zu viele weitere Länder aufgenommen worden sind, ist richtig. Aber warum? Viele dieser osteuropäischen Länder waren schon mehr oder weniger pleite, als man sie aufnahm. Wie so oft, hat man sich nicht an die Regeln und Kriterien gehalten. Ich vermute, dass die USA hier Druck ausgeübt haben und die EU-Kommission eingeknickt ist. Viele Bürger verstehen auch nicht, warum die EU noch nicht die Verhandlungen mit der Türkei abgebrochen hat und warum immer noch das insolvente Griechenland unterstützt wird. Auch in diesen Fällen lässt sich die EU anscheinend vor den Karren der USA spannen, denen es um die Eindämmung des Einflusses von Russland geht. Das kann aber nicht die Aufgabe der EU sein. Die EU ist inzwischen kein homogenes Gebilde mehr, sondern es vertritt fast jedes Land nur noch seine Interessen. Und die Kommission ist ein zahnloser Tiger, der zwar Strafen androht, aber nie verhängt. Der Fehler ist, unbedingt etwas zusammenhalten zu wollen, was nicht zusammen passt. Die Länder, die nur noch durch die Anleihenkäufe der EZB lebensfähig sind, müssten entweder den Euro aufgeben oder sogar aus der EU austreten. Das ganze Finanzsystem überfordert Deutschland, was man z.B. an den Target 2-Salden in Höhe von ca. 800 Milliarden Euro sieht, die uns die Südländer schulden. Offenbar können sie sich dort bedienen, ohne dass Deutschland das verhindern kann. Wir haben also keine Finanzhoheit mehr und sind insofern auch nicht mehr souverän.

Brozowski Bürotechnik
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